Was wir darunter verstehen
Klima-Emotionen beschreiben die Gefühle, die Menschen im Zusammenhang mit der Klimakrise erleben – etwa Sorge, Trauer, Wut, Schuld oder auch Hoffnung. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse, wissenschaftlicher Warnungen und gesellschaftlicher Debatten reagieren viele Menschen emotional auf die wahrgenommenen Bedrohungen für Umwelt, Zukunft und Lebensgrundlagen. Diese emotionalen Reaktionen sind ein wichtiger, aber bislang noch nicht vollständig verstandener Teil der psychologischen Auswirkungen der Klimakrise.
Hierzu forschen wir
Laufende Forschungsprojekte
Validierung des Inventars für Klimaemotionen (ICE) in einer deutschen Stichprobe
Der Umgang mit Emotionen, die durch die Konfrontation mit der Klimakrise ausgelöst werden, spielt eine zentrale Rolle für das Verständnis, wie Menschen auf diese Krise reagieren und wie sie sich für eine nachhaltige Zukunft engagieren. Ein neues Instrument, das Inventory of Climate Emotions (ICE), wurde nun in einer deutschen Stichprobe validiert. Das Paper dazu wurde nun veröffentlicht.
Das ICE wurde entwickelt, um eine breite Palette von Klimaemotionen wie Angst, Trauer, Wut, Schuld und Zuversicht zu messen. Die wachsende Bedeutung solcher Emotionen im gesellschaftlichen und individuellen Kontext des Klimawandels hat die Notwendigkeit einer empirischen Grundlage für deren Erfassung und Analyse aufgezeigt. Die Validierung in verschiedenen kulturellen Kontexten ist ein wichtiger Schritt, um die universelle Anwendbarkeit des Instruments sicherzustellen.
Die Validierungsstudie wurde mit einer repräsentativen Stichprobe aus Deutschland durchgeführt. Die Teilnehmenden beantworteten die Items des ICE, welche zuvor aus dem Englischen übersetzt und kulturell angepasst worden waren. Zusätzlich wurden weitere Skalen eingesetzt, um die Gültigkeit und Zuverlässigkeit des Instruments zu prüfen.
Die Ergebnisse der Validierungsstudie zeigen, dass das ICE in der deutschen Version eine hohe psychometrische Qualität aufweist. Insbesondere wurden folgende Punkte hervorgehoben:
- Konstruktvalidität: Die Korrelationen mit anderen relevanten Konzepten unterstützen die theoretischen Annahmen über die Rolle von Klimaemotionen.
- Faktorstruktur: Die deutsche Version replizierte die ursprüngliche Struktur des Instruments, bestehend aus mehreren klar unterscheidbaren Emotionsdimensionen.
- Reliabilität: Sowohl die interne Konsistenz als auch die Test-Retest-Zuverlässigkeit erwiesen sich als hoch.
Das validierte ICE bietet Forschenden und Praktiker*innen ein präzises Instrument, um die emotionalen Auswirkungen des Klimawandels zu untersuchen und maßgeschneiderte Interventionsansätze zu entwickeln. Im praktischen Kontext könnte das Instrument genutzt werden, um psychologische Unterstützungsmaßnahmen zu entwerfen, die Menschen bei der Verarbeitung von Klimaemotionen unterstützen und ihr Engagement für klimapositives Handeln fördern.
Die Validierung des Inventory of Climate Emotions in einer deutschen Stichprobe markiert einen wichtigen Fortschritt im Bereich der Klima-Psychologie. Das Instrument ermöglicht nicht nur eine differenzierte Erfassung von Klimaemotionen, sondern legt auch den Grundstein für weiterführende Forschung und praxisorientierte Ansätze im Umgang mit den psychischen Auswirkungen des Klimawandels.
Metzen, D., Blumenschein, P., Peter, F., Bechtoldt, M., Frisch, A. L., Tschorn, M., & Heinzel, S. (2025). Validation of the Inventory of Climate Emotions (ICE) in a German sample. Environmental Psychology Open, 29(1), 36. https://doi.org/10.69805/epo.v29.a36
Weitere Details
Projektlaufzeit
01.01.2026 – 31.12.2028
Förderung
01.01.2026 – 31.12.2028
Ansprechperson

